Corona in Griechenland

Urlaub im Herbst 2020! Wie zeigt sich Corona in Griechenland?

Gegen Ende eines eingeschränkten Jahres, schwinden die Möglichkeiten Urlaub zu machen. Doch es gibt noch einen grünen Fleck auf der Risikokarte. Das Robert Koch-Institut stuft ein Land als Risikogebiet ein, sobald innerhalb von 7 Tagen mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gemeldet werden. Weil die SARS-CoV-2 oft ohne Symptome einhergeht, ist die Zahl der Virusträger sehr viel höher. Demzufolge werden nur die positiv getesteten Personen für die Statistik erfasst. Doch schon die Anreise nach Griechenland bleibt spannend…

Griechenland als Festung gegen das Virus

Griechenland blieb lange Zeit die Festung, die noch nicht von Corona eingenommen wurde. Jedenfalls wurden nicht so viele Personen getestet und demzufolge nicht erfasst!

Ein Urlaub auf der Insel Kreta war lange Zeit eine gute Wahl, denn bis in den Oktober hinein, galt Griechenland nicht als Risikogebiet, gemäß RKI.

Unabhängig davon lohnt sich eine Reise nach Griechenland so oder so. Im November ist es herrlich warm, Badewetter bei 23 °C. Das Mittelmeer ist nur unwesentlich kälter. Hin und wieder ein bisschen Regen und Wind, aber das ist ganz schnell vorbei. Die Hafenstadt Rethymno bietet ein ruhiges Flair.

Corona verlangt der ganzen Welt viel ab, dennoch gelten in Griechenland nicht so scharfe Vorgaben, wie in Deutschland. Die Griechen lassen sich eh nicht gern Vorgaben machen, das merken wir auf der Autofahrt. Die Schilder gelten anscheinend nur für die Touristen. Temperament! Aber die Folgen von Corona sind auch in Griechenland zu erkennen.

In Gebäuden und auf öffentlichen Plätzen besteht Maskenpflicht. Allerdings hält sich nicht jeder dran. Bei genügend großem Abstand macht es auch keinen Sinn. Allgemein lässt sich feststellen, dass die Griechen sehr brav und vorbildlich ihre Schlabberlappen tragen. Das tun sie im Hotel, im Restaurant und in allen Gebäuden. Auch in der Innenstadt von Heraklion werden Masken brav getragen. Dabei spielt das Alter keine Rolle. Ansonsten ist das Leben nicht so stark eingeschränkt.

Die Griechen feiern abends gern, die Kneipen und die Restaurants sind voll.

Steigende Fallzahlen in Westmakedonien und Thessaloniki

Wegen fehlender Krankheitszahlen wurde in Griechenland nicht so wild drauf losgetestet, wie es bei uns der Fall ist. Demnach, wurden nur wenige positive Testergebnisse kommuniziert. Aus diesem Grund blieb die Festung Griechenland lange ein grüner Fleck auf der Corona-Karte. Doch nun steigen die Zahlen in Westmakedonien und Thessaloniki an. Die Region wurde nun doch durch das RKI zum Risikogebiet erklärt.

Eine Maske musste die ganze Zeit schon getragen werden. Neben der Hauptstadt Athen, wurden in Westmakedonien die ersten nächtlichen Ausgangssperren verhängt, später folgte der Lockdown. Der Flughafen Thessaloniki wurde zum 03.11.2020, für 14 Tage geschlossen.

Wenige Tage später kündigt die Regierung in Athen an, dass das ganze Land, einschließlich aller griechischen Inseln, für 3 Wochen in einen Lockdown geht. Als Grund werden die steigenden Fallzahlen genannt. Der Lockdown gilt ab dem 07.11.2020 und sorgt in Chania für viel Wirbel.

Griechenland bereitet sich auf den Lockdown vor

Den kurzfristig angekündigten Lockdown in Griechenland, konnte ich in 3 Punkten wahrnehmen.

Zum einen gab es lange Schlangen vor den Banken! In Chania, der zweitgrößten Stadt der Insel Kreta, standen die Menschen bis nach draußen. Jeder wollte zum Bankschalter. Andere, insbesondere die jüngeren, standen vor den Geldautomaten. Es war ein interessanter Anblick. Lobend sei erwähnt, dass die Menschen in der langen Schlange auf ausreichend Abstand achteten.

Dennoch bewirkte der Lockdown genau das, was es zu vermeiden gilt: Das massenhafte Abheben von Bargeld!

Der Abend vor dem Lockdown zeigte sich in der Innenstadt von Heraklion besonders aktiv. Es war ein Freitag und nicht möglich, einen freien Platz im Restaurant zu ergattern. Es war voll! Es war sehr voll! Die Bedienung gab mir zu verstehen, dass alle Plätze reserviert sind (die paar, die noch nicht besetzt waren). Die Menschen können drei Wochen nicht mehr ins Restaurant. Für die Griechen gehört es aber ein Stückweit zum Leben dazu. Also noch mal hoch die Gläser! Jamas!

Reise abgebrochen – wegen Corona in Griechenland eher zurück

Eigentlich war die Reise Griechenland bis zum 17. November geplant. Doch wegen des Lockdown und der Unsicherheit, welche Risikoeinschätzung das RKI bzgl. Athen und Kreta treffen wird, hatte ich beschlossen, sicherheitshalber abzureisen. Es ist schon paradox. Um herauszufinden, wie die Reisewelt durch Corona verändert wird, habe ich das Experiment vorzeitig abgebrochen.

Der Flughafen in Thessaloniki ist schon zu, der Rückflug wurde bereits gestrichen. Nun möchte ich kurzfristig von Heraklion, über Athen, zurück nach Düsseldorf.

Es gilt die Flüge umzubuchen. Deswegen hatte ich den Concierge Service über mein Vorhaben informiert.

Nach einer Stunde hatte ich dann den Rückruf vom Concierge Service. Die nette Dame hat einige Zeit in der Warteschlange von Aegean Airlines verbracht und die Umbuchungsmöglichkeiten erfragt. Die Airlines hatte signalisiert, dass eine Umbuchung auf den 07. November 2020 möglich ist. Es ist also machbar, am Tag des großen Lockdown durch die Welt zu fliegen.

Ich solle aber schnellstmöglich Bescheid geben, da die Flüge schnell sehr voll werden. Es finden Umbuchungen am laufenden Band statt. Nachdem ich eine Option gewählt hatte, hat die freundliche Frau vom Concierge Service die Umbuchung für mich durchgeführt. Eine feine Sache dieser Service!

Corona in Griechenland – ein Fazit

Im Großen und Ganzen ist Corona in Griechenland zu spüren. Die Maskenpflicht wird meist eingehalten, die Menschen halten auch Abstand. Allerdings wird abends heftig gefeiert. Dennoch hielten sich die Fallzahlen lange Zeit im Rahmen. Sicher fiel es den Griechen leicht, das Tragen von Mund-Nasen-Schutz einzuhalten. Vielleicht ist ein Grund dafür, dass weitere Restriktionen nicht in dem krankhaften Maß angedroht wurden, wie bei uns. Sicher wurde auch nicht willkürlich und wahnhaft getestet. Die Anzahl der COVID-Tests muss deutlich geringer gewesen sein.

Die Ankündigung des zweiten Lockdown hatte mir folgende Effekte gezeigt:

  • Überfüllte Banken und Ansturm auf die Geldautomaten
  • Feierlaune und überfüllte Restaurants am Vorabend
  • Volle Flugzeuge und ein erhebliches Maß an Umbuchungen

Nun ja, die ganze Reisebranche ist im Chaos. Nun gut, so fliege ich von einem Lockdown zum anderen nach Deutschland.

Corona in Griechenland – eine kurze Reiseerfahrung
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